Boot 108 Wurzeln

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Wurzeln sind prächtige Gebilde: Man kann sich gar nicht sattsehen an den vielen Fotos knorriger Baumwurzeln, die anscheinend nicht nur Biologen faszinieren. Wurzeln geben nicht nur einen festen Stand, sondern sichern auch die Nährstoffversorgung: »Wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen«, so sei der Glaubende, der sich auf Gottes Wort verlasse (Ps 1,2). Unser christlicher Glaube selbst hat Wurzeln, nämlich jüdische. Jesus war Jude, und ohne das Judentum wüssten wir gar nichts von Gott.

Die ökumenische Kampagne »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« (#beziehungsweise) hat uns zu den vor Ihnen liegenden Seiten inspiriert (S. 6). Kluge Köpfe wissen natürlich, dass es »Deutschland« noch gar nicht so lange gibt, allenfalls ein »Deutsches Reich« usw. Fest steht: Da, wo wir leben, finden wir Spuren jüdischen Lebens – auch hier in Lünen, direkt vor unserer Haustür.  Das macht uns Bettina Voß in Text und Bild bewusst (S. 12).

Trotz des Holocausts und nicht enden wollenden Antisemitismus‘ gibt es – Gottlob! – (wieder) lebendige jüdische Gemeinden unter uns. Deswegen dürfen wir auch ihre Stimme hören, z.B. zu Festen wie Jom Kippur, dem jüdischen Versöhnungsfest, das dem Versöhnungsgedanken im christlichen Abendmahl nahe ist; oder das Laubhüttenfest (Sukkot), das wie das christliche Erntedankfest an die guten Gaben Gottes erinnert.

Überhaupt haben viele christliche Feste jüdische Vorläufer: Jesus wurde zurzeit des Pessachfestes gekreuzigt. Pessach erinnert an den Auszug Israels aus Ägypten, an den Gott des Exodus, der in die Freiheit führt. Nach Ostern, dem Fest der Auferstehung, folgt fünfzig Tage später Pfingsten, der Geburtstag der Kirche. Zu dieser Zeit feiern Juden Schawuot, ein Wochenfest, einerseits ein Art Erntedankfest, zum anderen erinnern sich die Juden dabei an den Empfang der Zehn Gebote am Berg Sinai. Wer solche Parallelen spannend findet, wird im interreligiösen Kalender fündig (S. 10).

Biblische Wurzeln haben in unserer Sprache viele Wörter, deren Bedeutung uns Bianca Monzel anschaulich erklärt (S. 16). Dankbar sind wir auch für die Zeitansage zum Thema »Verwurzelt« (S. 18) von Dörte Vollmer, einer Pfarrerin mit Wurzeln in unserer Gemeinde.

Mit Freude dürfen wir Ihnen endlich wieder einen Gottesdienstplan präsentieren (S. 26–29) – mit allem Vorbehalt, was die Corona-Lage in den kommenden Wochen bringen wird (mehr dazu auf S. 20 f.). Entsprechendes gilt für alle Bereiche der Gemeindearbeit: Kirchenmusik, Kindergarten und Jugend.

Eine spannende Entdeckungsreise zu unseren Wurzeln per »BOOT«Nr. 108 und viel Freude bei der Lektüre wünschen Ihnen

Ulf S. Weiß und Jutta Hartung-Weiß

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