Okkuli, 07.03.2021

Ein Gottesdienst zu Hause und mit allen – durch den Geist verbunden

Finden Sie einen Ort in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus, wo Sie gerne Gottesdienst feiern. Es sollte ein Ort sein, an dem Sie (und Ihre Mitbewohner/innen) möglichst ungestört sind und sich wohl fühlen. Richten Sie diesen Ort liebevoll her, so dass für alle eine Sitzgelegenheit zur Verfügung steht.
Stellen Sie eine Kerze auf, so dass sie für alle, die mitfeiern, sichtbar ist. Wenn Sie alleine feiern, lesen Sie sich die Worte vor.
Wenn Sie zu mehreren sind, können Sie den Psalm auch im Wechsel in zwei Gruppen lesen und die verschiedenen Texte unter sich aufteilen.
Das vorgeschlagene Lied können Sie auch sprechen, wenn Sie es nicht singen möchten.

Versammeln Sie sich nach Möglichkeit einige Minuten, bevor Sie den Gottesdienst feiern, und halten Sie eine kleine Zeit der Stille.

Kerze anzünden

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Die Kollekte an diesem Sonntag ist bestimmt für den Dienst an Frauen und deren Kindern in besonderen Notlagen

Die Evangelische Kirche von Westfalen bietet unter www.kollekte-online.de eine Online-Kollekte an. Einfach und schnell kann hier über verschiedene sichere Bezahlwege der eigene Kollektenbeitrag gegeben werden.

Wer in herkömmlicher Weise per Überweisungsträger oder eigenem Homebanking überweisen will, kann dies mit folgenden Angaben tun:

Empfänger: Ev. Kirche von Westfalen
IBAN: DE05 3506 0190 2000 0430 12
Verwendungszweck: Kollekte vom + Datumsangabe


3. Sonntag der Passionszeit – Okuli, 07.03.2021

oder als Lesegottesdienst:

Wochenspruch: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ Mit diesem Wochenspruch aus Lk 9 grüße ich Sie zum Gottesdienst vor dem Sonntag Okuli, dem dritten Sonntag der Passionszeit.

Wir feiern unseren Gottesdienst im Namen Gottes: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Psalm 34:

Ich will den Herrn loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,
dass es die Elenden hören und sich freuen.

Preiset mit mir den Herrn
und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir
und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,
und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Als einer im Elend rief, hörte der Herr
und half ihm aus allen seinen Nöten.

Der Engel des Herrn lagert sich um die her,
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.
Wohl dem, der auf ihn trauet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!
Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Reiche müssen darben und hungern;
aber die den Herrn suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

Gebet

Gott, wir bitten dich, sieh an, was wir tun und lassen und gib zu erkennen, was du meinst. Gib uns Einsicht und Weisheit, damit wir deinen Willen erkennen und danach leben. Das bitten wir dich durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Bruder, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schafft in Ewigkeit. Amen.

Lesung:

Epheser 5,1-9

1 So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder 2 und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch. 3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört. 4 Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung.

5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das sind Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. 6 Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. 7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen. 8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Glaubensbekenntnis

Ansprache:

„Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lukas 9,62)

Jesus unterhält sich mal wieder mir seinen Mitmenschen, und wie immer, wenn er etwas erklären will redet er in Bildern, die der Lebenswelt entstammen, aus der seine Hörerschaft kommen. So redet er hier über das Reich Gottes und veranschaulicht das mit einem Bild aus der Landwirtschaft, das alle damals unmittelbar verstanden. Dazu kommt, dass die Gesellschaft damals recht mobil war. Heute wirkt das für uns, als ob das mit unserem Leben so gut wie nichts mehr gemeinsam hat. Damals kam es wohl häufiger vor, dass Menschen alles hinter sich ließen, um sich einem herumwandernden Meister anzuschließen, und ihre Familien verließen. Petrus hat es auch so gemacht, als er Jesus nachfolgte. Besitz, Geld und all das wurden mit einem Mal unwichtig, ja sogar zum Hindernis. Nicht zurückschauen, sondern nach vorne blicken. „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“

Heute sind solche Gedanken weit weniger verbreitet, und ich halte das für vollkommen nachvollziehbar. Die meisten von uns wollen Sicherheit, Verlässlichkeit und ein geregeltes Einkommen. Miete, Essen und vieles andere müssen irgendwie bezahlt werden, ansonsten haben wir ein Problem. Freiwillig verzichten und alles aufs Spiel setzen ist schwierige denn je.

Natürlich war das nicht immer so, und immer wieder sind Menschen aufgebrochen, um aus den festen Strukturen, die sie als Fessel empfanden auszubrechen. Die Älteren unter uns erinnern sich an die 68er, an die Bewegung der Studentinnen und Studenten, neue Farben, neue Musik, als vieles in Frage gestellt wurde, wo Stillstand als Rückschritt empfunden wurde und das Selbstverständliche radikal hinterfragt wurde, auch manches Wort Jesu eine neue Interpretation fand. Viele empfanden das als Bedrohung und persönlichen Angriff. Heute ist von diesem Schwung nicht mehr allzu viel übrig. Bei mir auch nicht. Das Bewusstsein für unsere große Gemeinschaft, das Gefühl, zusammen etwas bewegen zu können hat sich verändert hin zum Blick auf uns selbst. Veränderungen bitte nur dann, wenn sie mir als Individuum nützlich sind. Was den anderen oder allen nützt, gerät zunehmend in den Hintergrund. Das können wir gerade jetzt in Corona-Zeiten verstärkt beobachten. Alle denken an sich, dann ist für alle gesorgt.

Wenn Jesus mahnt, nicht zurückzublicken, geht es ihm vermutlich vor allem darum, dass zum Leben Aufbruch und Neubeginn dazugehören. Unser Leben entwickelt sich schließlich immer weiter, wir verändern uns ständig, ob wir das wollen oder nicht, und nicht umsonst finden wir die Menschen am interessantesten, die Fragen stellen und Neues entwerfen. Wer immer wieder das Gleiche tut, macht vielleicht nichts falsch, aber es wird eben langweilig. Es ist wunderbar, in den Urlaub zu fahren, aber wenn man jahrelang immer in die gleiche Wohnung im gleichen Ort fährt, verliert das Ganze seinen Reiz. Ab und zu mal was Neues wirkt sehr belebend, zumal man dann auch das Alte aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten lernt.

Und Jesus leitet uns an, bewusst nach vorne zu schauen und darauf zu hoffen, was das Leben noch für uns bereit hält. Das gilt für alle Menschen, die jungen wie die alten, denn die Hoffnung auf Zukunft ist an kein Alter gebunden. Und vielleicht schaffen wir es eines Tages auch wieder, gemeinsam mit allen Generationen an einem gemeinsamen Leben zu bauen, das Positives, Frisches und Ermutigendes für uns bereit hält, allen Viren und sonstigen Bedrohungen zum Trotz.

Ich möchte schließen mit dem 3. Vers des Liedes „Vertraut den neuen Wegen“ (EG 395),einem meiner Lieblingslieder aus dem Gesangbuch:

„Vertraut den neuen Wegen,
auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen
in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit.“
Amen.

Fürbitten

Jesus, Sohn Gottes, in guten und in schweren Zeiten bist du verbunden gewesen mit Gott, deinem und unserem Vater. Wir wollen dir folgen.

Wir bitten: Gott, erbarme dich.

Wenn es uns schlecht geht, lass in unsere Dunkelheit einen Lichtstrahl deiner Wahrheit kommen, damit wir erfahren, dass du auch durch Unglück und Leid geleitest.

Wir bitten: Gott, erbarme dich.

Wenn es uns gut geht, lass uns auch hier verbunden bleiben mit deiner Wahrheit, damit durch uns Freude am Leben bestätigt und bestärkt wird.

Wir bitten: Gott, erbarme dich.

Jesus, Sohn Gottes, dich bitten wir, nicht starr und unbeweglich wollen wir werden, sondern auf dem Weg des Lebens bleiben.

Wir bitten: Gott, erbarme dich.

Bei dir finden wir Quellen der Hoffnung und der Zuversicht. Lass sie uns zugänglich bleiben oder zugänglich werden.

Wir bitten: Gott, erbarme dich.

Du, Gott hältst deine Hände über uns, um uns zu schützen. Sei bei den vieren, die heute getauft wurden, und lass sie immer wieder Zeichen deiner Gegenwart in ihrem Leben erkennen.

In Glück und Unglück, jung oder alt, gib uns die Kraft, deine Hilfe zu sehen und sie anzunehmen als Hilfe zum Leben in Zeit und Ewigkeit.

Wir bitten: Gott, erbarme dich.

Vater unser

 Segen:

Es segne und behüte uns der lebendige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.

 

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