Karfreitag, 02.04.2021

Ein Gottesdienst zu Hause und mit allen – durch den Geist verbunden

Finden Sie einen Ort in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus, wo Sie gerne Gottesdienst feiern. Es sollte ein Ort sein, an dem Sie (und Ihre Mitbewohner/innen) möglichst ungestört sind und sich wohl fühlen. Richten Sie diesen Ort liebevoll her, so dass für alle eine Sitzgelegenheit zur Verfügung steht.
Stellen Sie eine Kerze auf, so dass sie für alle, die mitfeiern, sichtbar ist. Wenn Sie alleine feiern, lesen Sie sich die Worte vor oder schauen Sie sich das Video an.
Wenn Sie zu mehreren sind, können Sie den Psalm auch im Wechsel in zwei Gruppen lesen und die verschiedenen Texte unter sich aufteilen.
Das vorgeschlagene Lied können Sie auch sprechen, wenn Sie es nicht singen möchten.

Versammeln Sie sich nach Möglichkeit einige Minuten, bevor Sie den Gottesdienst feiern, und halten Sie eine kleine Zeit der Stille.

Kerze anzünden

 

————————————————————————————————————————————————-

Die Kollekte an diesem Feiertag ist bestimmt für die mit Ausländern und Flüchtlingen in Westfalen

Die Evangelische Kirche von Westfalen bietet unter www.kollekte-online.de eine Online-Kollekte an. Einfach und schnell kann hier über verschiedene sichere Bezahlwege der eigene Kollektenbeitrag gegeben werden.

Wer in herkömmlicher Weise per Überweisungsträger oder eigenem Homebanking überweisen will, kann dies mit folgenden Angaben tun:

Empfänger: Ev. Kirche von Westfalen
IBAN: DE05 3506 0190 2000 0430 12
Verwendungszweck: Kollekte vom + Datumsangabe

______________________________________________________________________________________

 

Gottesdienst mit Pfarrerin Anja Bunkus
Lesung: Jürgen Larys
Musik: Jutta Timpe

 

Grafik: Pfeffer

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Stille

 

Psalm 22 A

2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.

4 Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.

5 Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus.

6 Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.

7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk.

8 Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf:

9 »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.«

12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer.

16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, / und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub.

19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.

20 Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!

 

Lesung

Johannes 19,16-20.25-30

Da überantwortete er ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber, 17 und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. 18 Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. 19 Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. 20 Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. 25 Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. 26 Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! 27 Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. 28 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. 29 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund. 30 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.

wer mag, liest jetzt die Lesepredigt

 

Lesepredigt Karfreitag 2021

 

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Es fällt mir schwer, meine Augen auf ihn zu richten.

Auf seinen geschundenen Körper, auf sein Gesicht, gezeichnet vom Todeskampf.

Es fällt mir schwer, bei ihm zu bleiben.

Jesus wollte nicht sterben.

 

„Mein Vater, ist`s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber“, so betet er im Garten Gethsemane den Abend vor seiner Verhaftung. Um dann zu sagen: „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

Jesus hat sich nicht einfach ergeben. Er hat mit Gott gerungen.

„Vater, bitte, lass mich nicht sterben. Finde einen anderen Weg für mich. Ich weiß: Letztlich gilt, was du willst, nicht, was ich will.“

Am Ende dieser Nacht, bevor Jesus verhaftet wurde, scheint es so, dass er sich ergeben hat.

Aber als er am Kreuz hängt und nichts anderes mehr zu erwarten hat als den Tod, bricht es verzweifelt aus ihm heraus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Worte aus Psalm 22, einem Gebet, das unzählige Menschen vor Jesus gebetet haben, die einen Todeskampf erlebt haben.

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, / alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, / und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen!“

Gott kommt nicht zur Hilfe.

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ fleht Jesus am Kreuz

und schreit noch einmal

und stirbt.

So berichten es die, die ihm beim Sterben zugeschaut haben.

 

Ich schaue zu ihm hinauf. Es fällt mir schwer, ihn anzusehen. Es fällt mir schwer zu ertragen, dass Gott Jesus diese Folter und diesen Tod zugemutet hat. Der Gott, auf dessen Liebe Jesus vertraut hat.

 

Karfreitag tritt uns Gott als jemand entgegen, wie wir ihn nicht sehen wollen. Unser Gott ist auch ein Gott, der zulässt, dass wir in den Abgrund stürzen, dass wir uns verloren gehen, dass unsere Pläne durchkreuzt werden.

Karfreitag tritt uns ein Gott entgegen, der Angst macht. Er wird mich nicht vor Situationen bewahren, in denen ich nur noch flehen kann: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Erwarten Sie bitte keinen Trost von mir – heute – am Karfreitag.

Karfreitag will ausgehalten sein.

Gott will manchmal ausgehalten sein.

Karfreitag bleibt ein Ringen. Ein Ringen mit Gott.

 

Warum begehen wir dann Karfreitag? Warum feiern wir einen Gottesdienst? Ja, warum?

Mutig sage ich: Dort am Kreuz ist Gott. Dort, wo ich nicht hinschauen will. Dort, wo die Macht der Finsternis die Szene beherrscht, dort in der Gottverlassenheit ist Gott am dichtesten gegenwärtig. Ich sage es, weil ich den Evangelien vertraue. Und weil ich darauf hoffe, dass ich dann, wenn ich am Ende bin, die Nähe des fernen Gottes erlebe.

Amen.

 

Lied

In einer fernen Zeit gehst du nach Golgatha, erduldest Einsamkeit, sagst selbst zum Sterben ja.

Du weißt, was Leiden ist. Du weißt, was Schmerzen sind, der du mein Bruder bist, ein Mensch und Gottes Kind.

Verlassen ganz und gar von Menschen und von Gott, bringst du dein Leben dar und stirbst den Kreuzestod.

Stirbst draußen vor dem Tor, stirbst mitten in der Welt. Im Leiden lebst du vor, was wirklich trägt und hält.

Erstehe neu in mir. Erstehe jeden Tag. Erhalte mich bei dir, was immer kommen mag. Amen.

 

Segensgebet (nach Andrea Schwarz)

(eventuell Hände wie eine Schale vor die Körpermitte halten)

Segne uns, dunkler Gott,

du, der sich geheimnisvoll unserem Begreifen entzieht

der sein Antlitz vor uns verbirgt

 

Segne uns,

du dunkler Gott,

du abwesender

schweigender

unfassbarer

harter

namenloser

 

Segne uns

du dunkler Gott

Segne den Aufbruch

Segne den Weg

und bleibe dunkler treuer Wegbegleiter

Amen.

 

Stille

Kerze löschen

 

 

 

 

 

Gemeindebüro

Öffnungszeiten

Montag, Dienstag und Freitag
von 9 - 13 Uhr
Donnerstag von 13 - 17 Uhr

Anika Westheide
Gemeindesekretärin

Tel. 02306 / 1730

Annegret Petersen
Gemeindesekretärin Friedhofsverwaltung

Tel. 02306 / 1739

St.-Georg-Kirchplatz 2
44532 Lünen

Fax 02306 / 12584
Kontakt

Archive