Lätare, 14.03.2021

Ein Gottesdienst zu Hause und mit allen – durch den Geist verbunden

Finden Sie einen Ort in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus, wo Sie gerne Gottesdienst feiern. Es sollte ein Ort sein, an dem Sie (und Ihre Mitbewohner/innen) möglichst ungestört sind und sich wohl fühlen. Richten Sie diesen Ort liebevoll her, so dass für alle eine Sitzgelegenheit zur Verfügung steht.
Stellen Sie eine Kerze auf, so dass sie für alle, die mitfeiern, sichtbar ist. Wenn Sie alleine feiern, lesen Sie sich die Worte vor oder schauen Sie das Video an.
Wenn Sie zu mehreren sind, können Sie den Psalm auch im Wechsel in zwei Gruppen lesen und die verschiedenen Texte unter sich aufteilen.

Das vorgeschlagene Lied können Sie auch sprechen, wenn Sie es nicht singen möchten.

Versammeln Sie sich nach Möglichkeit einige Minuten, bevor Sie den Gottesdienst feiern, und halten Sie eine kleine Zeit der Stille.

Kerze anzünden

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Die Kollekte an diesem Sonntag ist bestimmt für Projekte christlicher Friedensdienste (ein vom Presbyterium bestimmter Zweck).

Frieden und Versöhnung sind die Ziele der Freiwilligenarbeit von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Jährlich begleiten die Freiwilligen Holocaust-Überlebende, sie arbeiten in Gedenkstätten und helfen ausgegrenzten und behinderten Menschen. Aktion Sühnezeichen Friedensdienste engagiert sich in der Tradition der Bekennenden Kirche gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

Wer in herkömmlicher Weise per Überweisungsträger oder eigenem Homebanking überweisen will, kann dies mit folgenden Angaben tun:

Empfänger: Ev. Kirchenkreis Dortmund
Konto IBAN  DE12 4415 2370 0000 0479 10
Verwendungszweck: 25115 Kollekte vom Datum


4. Sonntag der Passionszeit – Lätare, 14.03.2021

Heute mit Pfr. Rüdiger Holthoff
Lesung: Pfr’in Monika Holthoff
Flügel/Orgel/Gesang: Jutta Timpe

Wochenspruch: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“

Mit diesem Wochenspruch aus Johannes 12 grüße ich Sie zum Gottesdienst am Sonntag Lätare, dem 4. Sonntag der Passionszeit.

Wir feiern unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. 

Psalm 84:

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten
und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund,
und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie gehen von einer Kraft zur andern
und schauen den wahren Gott in Zion.

Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;
vernimm es, Gott Jakobs!

Gott, unser Schild, schaue doch;
sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!

Denn ein Tag in deinen Vorhöfen
ist besser als sonst tausend.

Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause
als wohnen in der Gottlosen Hütten.

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre.
Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

Herr Zebaoth, wohl dem Menschen,
der sich auf dich verlässt!

Gebet:

Gott, lieber Vater,

Wenn wir zurückschauen auf unseren Lebensweg, können wir manche schwere Stunde, manche schwere Entscheidung dort entdecken.

Du weißt es gut: Unser Leben verläuft nicht immer gerade und leicht. Im Gegenteil: Immer wieder müssen wir uns tapfer den Schwierigkeiten stellen, die uns begegnen.

Für die einen ist es eine Krankheit, die das Leben beschwert. Für die anderen eine Sorge um ein Kind, um den Ehemann oder die Ehefrau.

Manchmal haut das Schicksal uns aus den Schuhen und wir müssen ganz von vorn anfangen. Wir erleben Abschiede und müssen mit der Trauer umgehen. Und oft genug würden wir am liebsten sagen: Gott, nicht ich. Nicht wir. Lass diesen Kelch an uns vorübergehen.

Wir danken dir, dass du in solchen Zeiten bei uns bist. Schenke uns die Kraft, alles Schwere zu überstehen. Und erfülle uns mit dem Vertrauen, dass wir niemals tiefer fallen können als in deine Hände. Amen.

Lied: EG 98 Korn das in die Erde

Lesung: Die Geschichte von Jesus im Garten Getsemane, wie Lukas sie erzählt. (Lukas 22, 29-46) 

Nach dem Abendmahl verließ Jesus die Stadt und ging wie gewohnt zum Ölberg; seine Jünger begleiteten ihn. Als er dort angekommen war, sagte er zu ihnen: »Betet darum, dass ihr nicht in Versuchung geratet!«
Hierauf trennte er sich von ihnen.
Etwa einen Steinwurf weit entfernt kniete er nieder und betete:
»Vater, wenn du willst, lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen. Aber nicht mein Wille soll geschehen, sondern deiner.«

Grafik Pfeffer

Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.
Der Kampf wurde so heftig, und Jesus betete mit solcher Anspannung, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte.
Als er vom Gebet aufstand und zu den Jüngern zurückkam, waren sie vor Kummer eingeschlafen.
»Wie könnt ihr nur schlafen?«, sagte er zu ihnen. »Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet!«

Glaubensbekenntnis

Ansprache:

„Bitte, lass diesen Kelch an mir vorübergehen! Bitte, Gott, ich kann und will das nicht ertragen, was da auf mich zukommt!“

Wer von uns hat solche Gedanken nicht auch schon mal gehabt?

Da steht eine heikle Untersuchung an. Die Ärzte haben schon Schlimmes angedeutet. Es könnte Krebs sein. Vielleicht aber auch etwas Harmloses. Bitte, lass diesen Kelch an mir vorübergehen!

Da hat ein geliebter Mensch einen schweren Unfall gehabt. Herzstillstand, Sauerstoffmangel. Wahrscheinlich wird er ein schwerer Pflegefall, sagt die Schwester. Und fragt: „Wollen Sie das wirklich zuhause alleine stemmen?“ – Dabei hatte man sich das gemeinsame Rentenalter so schön vorgestellt. Bitte, lass diesen Kelch an mir vorübergehen!

Fruchtwasseruntersuchung. Das erste Kind. Der Arzt sagt: „Es tut mir leid, aber ihr Kind wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Einschränkung zur Welt kommen!“ Kann und will ich das schaffen, ein Kind mit einer Behinderung zu betreuen? Vielleicht ist es ja gar nicht wahr. Kannst du, Gott, nicht ein Wunder wirken? Lass diesen Kelch an mir vorübergehen!

Es gibt so viele „bittere Kelche“, die Menschen gereicht bekommen im Leben.

Und immer wieder wünscht man sich voller Angst und Sorgen: Bitte, nicht! Bitte, nicht ich! Lass es nicht wahrwerden! Und dann liegst du wie Jesus in der Nacht vor seiner Verhaftung mit Gott im Gebet und gestehst dir ein: Du hast einfach eine Riesen- Angst vor dem, was da kommen wird. Und du weißt nicht, ob du das packst.

Ich finde es sehr groß, dass die Bibel auch von diesen Momenten im Leben Jesu erzählt. Ja, auch Jesus mit all seinem Gottvertrauen hatte diese Riesen- Angst vor Schmerzen, vor Folter, vor dem Tod. Er vertraut sie Gott an. Er erlaubt sich diesen Moment der Schwäche, wo er am liebsten weit, weit wegrennen würde.

Aber – er weiß auch, wo er sich Kraft holen kann! Er betet, sammelt sich. Erzählt mit wackligen Knien und Schweiß auf der Stirn seinem Vater von seiner Angst. Und nach langer Zeit, irgendwann, hat er das Gefühl: Ich bin gestärkt worden. Ein Engel kommt, sagt Lukas, und stärkt ihn.

Und dann kann er gefasst sagen: „Aber nicht mein Wille geschehe, sondern deiner.“

Ich glaube, viele Menschen haben das schon erlebt. All die Menschen, die sich tapfer ihrer Krankheit stellen und versuchen, positiv an alles heranzugehen.

All die, die ihre pflegebedürftigen Angehörigen anlächeln und sagen: Wir schaffen das schon. All die, die in Liebe ihr behindertes Kind begrüßen und sagen: Du bist mir anvertraut.

All diese Menschen waren auch mal in ihrem eigenen Garten Getsemane und haben um Kraft und Fassung gerungen.

Die gute Nachricht ist: Wir sind stärker, als wir glauben. Und wir bekommen oft Kraft, und wissen nicht, woher. Es tut gut, Gott um diese Kraft zu bitten. Vor ihm dürfen wir auch mal schwach sein. Um dann gestärkt wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Ich wünsche allen, die das gerade erleben, dazu Gottes Hilfe und Kraft!  Amen.

Fürbitte:

Herr, barmherziger Gott,

Wir danken dir dafür, dass du uns immer wieder Mut und Kraft gibst, um die Aufgaben, die das Leben uns stellt, zu bewältigen. Immer wenn wir das Gefühl haben, wir müssten verzagen, öffnest du uns neue Türen.

Wir bitten dich heute für alle Menschen, die mit einer schweren Krankheit leben müssen: Schenke ihnen Zuversicht und den Mut, damit umgehen zu lernen.

Wir bitten dich für alle, die sich mit einer neuen Aufgabe konfrontiert sehen, und Angst haben, sie nicht zu bewältigen: Schenke ihnen Umsicht und Besonnenheit, um Schritt für Schritt, Tag für Tag weiterzumachen.

Gib allen, die sich große Sorgen um einen lieben Menschen machen, und allen, die selbst Angst haben vor dem Sterben, die Zuversicht, dass du sie niemals allein lässt.

Einen Menschen, um den wir uns Sorgen machen, vertrauen wir dir in der Stille an:

Erhöre unser Gebet. Amen.

Vater unser …/

Segen

Gott segne dich und er behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.

Amen.

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